Neues vom Rollberger Projekt „Respekt leben“
Rojda, Hero und Xece sind für Yekmal e. V. und die Neuköllner Anlaufstelle gegen Diskriminierung die neuen Ansprechpartnerinnen im Rollberger Projekt „Respekt leben – Diskriminierung im Rollberg keine Chance geben“. Das Projekt hat Ende 2025 gestartet. Träger des Projekts ist der Kiezanker e. V. Weitere Kooperationspartner sind das Medienkompetenzzentrum Neukölln, das Kinder- und Jugendzentrum Lessinghöhe, die Regenbogen Grundschule und Morus 14 e. V. Derzeit führen Rojda und ihre Kolleg*innen zwei regelmäßige Gruppenangebote durch- sei es zum Thema Mehrfachdiskriminierung, biografischem Erzählen, Alltagsrassismus und Diskriminierung bei muslimischen Kindern und Jugendlichen. Ab Anfang April soll es in den Räumen des Kinder- und Jugendzentrum Lessinghöhe zusätzlich Workshops mit Jugendlichen geben. Hier erfährst du mehr über das neue Projekt im Kiez.
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Wir stellen vor: 4 Anlaufstellen für Armutsbetroffene im Kiez
Armut ist im Rollbergkiez für viele Menschen gelebte Realität, denn über 50% der Kinder und Familien leben in Armut (Stand: 2023). Beim Kiezforum Rollberg stand das Thema daher im Zentrum einer Armutskonferenz. Deutlich wurde: Die soziale Lage im Kiez ist angespannt – doch ebenso deutlich wurde, wie viel Engagement, Fachwissen und Solidarität vor Ort vorhanden sind. Im Rahmen der Konferenz stellten sich mehrere Organisationen vor, die tagtäglich mit armutsbetroffenen Menschen arbeiten und konkrete Unterstützung leisten. Sie sind wichtige Anlaufstellen im Quartier – niedrigschwellig, gut vernetzt in den Communities und nahbar.
Im nachfolgenden Artikel stellen wir euch vier lokale Organisationen und ihre Angebote vor: der Familientreffpunkt Kiezanker e.V., Stadtteilgesundheitszentrum Gesundheitskollektiv, die Seniorenberatung Neukölln des Humanistischen Verbandes, sowie die Koordinierungs- und Anlaufstelle Alleinerziehende Neukölln. Armut ist kein individuelles Versagen, sondern das Ergebnis struktureller Bedingungen. Umso wichtiger sind Orte der Beratung, Begegnung und Unterstützung direkt im Kiez.Die vorgestellten Initiativen leisten unverzichtbare Arbeit: Sie beraten, begleiten, empowern und schaffen Räume für Teilhabe. Sie sind damit nicht nur Hilfsangebote, sondern Motoren für ein solidarisches und demokratisches Zusammenleben. Die Konferenz hat einmal mehr deutlich gemacht: Nachhaltige Veränderung gelingt nur gemeinsam – durch Vernetzung, politische Aufmerksamkeit und das kontinuierliche Engagement im Quartier.
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1. Kiezforum 2026 zum Thema Armut
Am 18. Februar 2026 hat im Kinder- und Jugendzentrum Lessinghöhe das 1. Kiezforum 2026 stattgefunden. Der Fokus lag dieses Mal auf dem Thema Armut. Dazu gab es spannende Inputs und Diskussionen. Insbesondere wie Familien, Alleinerziehenden und Senior*innen betroffen sind, stand im Mittelpunkt. Aber auch die Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit und das wichtige Thema Klassismus (= Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft und/oder der ökonomischen Position) kamen zur Sprache.
Eröffnet wurde das Forum mit einem Überblick zum Thema durch das QM. Das Rollbergviertel gehört zu den besonders von Armut betroffenen Gebieten in Berlin. Ein Ziel der Armutskonferenz ist es daher gewesen, im kleinen lokalen Rahmen herauszuarbeiten, wie soziale Arbeit im Kiez armutssensibel gestaltet werden und zur Förderung sozialer Inklusion beitragen kann.
Nachdem Referentinnen über die Arbeit von vier Beratungsstellen im Kiez berichtet haben, wurden die Themen in Arbeitsgruppen vertieft und anschließend die Ergebnisse im Plenum vorgestellt.
Im Gespräch zwischen Cornelia Konrad vom QM-Team und Hannes Rehfeldt, dem Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit in Neukölln, sicherte der Leiter des größten Geschäftsbereichs im Neuköllner Bezirksamt den Anwesenden zu, dass er fast alle auf dem Kiezforum formulierten Forderungen unterstütze. Insbesondere eine Seniorenfreizeitstätte im Norden Neuköllns hält er für wünschenswert, auch wenn es noch Jahre dauern werde, bis diese eröffnet. Neben Leuchtturmprojekten wie den Babylotsen und den Berliner Hausbesuchen – einem Besuchsservice für Senioren über 70 Jahre – sieht er viele Herausforderungen für Neukölln. Dazu gehören vor allem Obdachlosigkeit und Drogenprobleme.
Für 2026 sind noch zwei weitere Kiezforen geplant, die im Sommer und im Herbst stattfinden sollen.
Text: QM Rollbergsiedlung/H. Heiland, Februar 2026
Benachteiligung und Vorurteile bei Armut– was ist Klassismus?
Klassismus meint die Abwertung und strukturelle Benachteiligung von Menschenaufgrund ihrer finanziellen und sozialen Lage oder ihrer Lebensweise. Dabei reichen häufig schon Vermutungen darüber aus, wie die betreffenden Menschen leben, welche Bildung sie haben oder über wieviel Einkommen sie vermeintlich verfügen.
Klassismus zeigt sich in Vorurteilen
Von Menschen, die zum Beispiel in sogenannten "Brennpunktvierteln" leben, wird oft von vornherein angenommen, dass sie sich schlecht ernähren, viel fernsehen oder faul sind. Diese Menschen werden oft als "sozial schwach", "asi", "asozial" oder "prolletig" bezeichnet. Bei diesen stigmatisierenden Vorurteilen wird jedoch vergessen, dass sie vielmehr unter Bedingungen leben die sie schwächen. Was fehlt sind materielle Ressourcen und Chancengleichheit, nicht soziale Fähigkeiten.
Wo macht sich Klassismus bemerkbar?
Insbesondere bei Bildungschancen und beim „Klassenaufstieg“ erweist sich die soziale Herkunft oft als Barriere, die Möglichkeiten verbaut. So zeigen Studien, dass etwa ein Studienabbruch nicht hauptsächlich deshalb erfolgt, weil Studierende nicht die geforderten Leistungen erbringen könnten, sondern weil es für Kinder von Nichtakademikern vielfach schwieriger ist, das Studium zu finanzieren. Wer von seiner Familie kein Taschengeld erhält, den Führerschein selbst bezahlen muss und weder Praktika noch Auslands-Sprachreisen finanziert bekommt, muss seinen Bildungsaufstieg selbst mit Nebenjobs finanzieren- das kostet Kraft und Zeit.
Außerdem müssen Kinder aus Nichtakademikerfamilien viele unsichtbare Codes – wissenschaftliche Sprache, Kleiderordnungen, bestimmte Denkweisen – erst aneignen, die Kinder in Akademikerfamilien ganz selbstverständlich nebenbei vermittelt bekommen.
Text: QM Rollbergsiedlung/H. Heiland, Februar 2026
Armut in Deutschland, Berlin, Neukölln und im Rollbergkiez

Im Rahmen der des letzten
Rollberger Kiezforums am 18.02.2026 wurde das Thema "Armut" aus vielfältigen Perspektiven beleuchtet. Denn, mehr als ein Fünftel der Menschen in Deutschland (21,2 Prozent der Bevölkerung) gelten als arm. Das heißt, ihr Einkommen beträgt weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens der Bevölkerung. In Quartiersmanagement-Gebieten ist die Armutsquote immer besonders hoch, so auch im Rollbergkiez: hier leben über 50% der Familien in Armut.
Was bedeutet Armut in einem reichen Land wie Deutschland?Als arm gelten Haushalte, die sich bestimmte Güter und/oder Aktivitäten
nicht leisten können, die als normaler Lebensstandard gelten. Wer arm ist, kann beispielsweise die Wohnung nicht angemessen warmhalten, hat kein Geld für unerwartete Ausgaben, kann nichtr einmal im Monat essen gehen oder für eine Woche Urlaub im Jahr fahren.
Insbesondere die hohen Wohnungskosten (Miete, Nebenkosten) belasten viele Menschen zusätzlich. Rechnet man sie vom Einkommen ab, sind noch einmal 5,4 Millionen Menschen mehr von Armut betroffen – in Berlin ist es jeder vierte Haushalt.
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Auf in den Garten! – Der Frühling ist da!!

Pünktlich zu den milden Temperaturen startet am 24.02.2026 der offene Gartentag im Nachbarschaftsgarten
Rollberg Paradise. Am Ende der Roland-Krüger-Straße findet ihr einen wild verwachsenen und wunderschönen Ort, an dem schon bald wieder junges Grün sprießen und die Stadtnatur erwachen wird. Gemeinsam mit dem Gartenteam des Prinzessinnengarten Kollektivs laden wir euch ein, vorbeizuschauen und gemeinsam mit euren Nachbar*innen zu gärtnern. Das Team ist immer
dienstags von 14 bis 17 Uhr auf der Fläche. Man kann die ganze Saison über regelmäßig teilnehmen oder auch nur ab und an, ganz, wie es euch passt!
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Wie isst der Rollberg?
Ein Forschungsprojekt zu Ernährungsgewohnheiten im Rollberg stellt sich vor
Gastbeitrag des Berliner Ernährungsrats e. V.

Anfang des Jahres 2025 haben wir uns auf den Weg gemacht, herauszufinden, ob die Rollberger*innen mit ihrer Ernährung und den Möglichkeiten, in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft an gesunde Lebensmittel zu kommen, zufrieden sind. Wir, das sind der
Ernährungsrat Berlin – eine Bürgerinitiative für gutes Essen – und Kolleginnen des Fachbereiches Ernährungspolitik der Humboldt Universität zu Berlin. Unser Ziel ist es herauszufinden, welche finanziellen und strukturellen Hürden dazu führen, dass sich Menschen nicht gesund und bedarfsgerecht ernähren können.
Von der Frage zur Antwort - Wie wir an Informationen kommen84 Menschen aus dem nördlichen Neukölln beantworteten unseren
Fragebogen; darunter 71 Personen aus dem Rollberg und angrenzenden Wohnbereichen. Zeitgleich führten wir die Umfrage auch im QM-Gebiet Falkenhagener Feld (Spandau) durch, um auch auf Unterschiede zwischen den Stadtteilen eingehen zu können. Da uns die Perspektiven armutserfahrener Menschen bei diesem Thema besonders wichtig sind, befragten wir auch Kundinnen und Kunden der Berliner Tafel. Sie machen rund ein Fünftel der Antworten aus.
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Gemeinsam stricken für eine bessere Nachbarschaft
Handarbeitsprojekt für gute Zwecke

In unserem Projekt kommen Frauen zu einem kreativen Workshop zusammen. Gemeinsam häkeln, stricken, nähen und sticken wir nicht nur schöne Einzelstücke, sondern bereiten auch gespendete Kleidung liebevoll auf und reparieren sie.
Dieses Engagement hat klare Ziele: Das gemeinsame nachbarschaftliche Beisammensein sowie die Unterstützung
Tee- und Wärmestube Neukölln mit der aufbereiteten Bekleidungsspende.
Es ist uns eine Herzensangelegenheit, die
Obdachlosenhilfe in Berlin direkt vor Ort zu unterstützen und den Menschen in der Nachbarschaft mit praktischer Hilfe und auch Geselligkeit beizustehen.
Wann? Jeden zweiten Mittwoch im Monat von 10:00 - 12:00 Uhr in der Kopfstr. 18
Kostenlos; Anmeldungen bitte telefonisch unter der Rufnummer 030 / 52104266
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Aktionen von der Nachbarschaft für die Nachbarschaft: Der Rollberger Aktionsfonds

Auch dieses Jahr ist es wieder so weit: Der Aktionsfonds-Aufruf 2026 startet! Bis zum 10.März könnt ihr beim QM eure Ideen für Aktionen in der schönen Rollberger Nachbarschaft einreichen und euch auf eine kleine Förderung bewerben, um diese auch wahrwerden lassen zu können.
Aktionsfonds? Nie gehört ...
Na, dann wird es aber Zeit! Über das QM-Team werden jedes Jahr 10.000 Euro für mehr Leben und Miteinander im Kiez zur Verfügung gestellt. Du hast eine gute Idee, die das Zusammenleben im Rollberg bereichern würde, aber kein Geld, um dein Vorhaben auch umzusetzen? Genau dafür ist der Aktionsfonds da. Jede Person, die im Rollberg wohnt und mindestens 18 Jahre alt ist, kann einen Antrag auf finanzielle Unterstützung bis zu 1500,- Euro stellen. Wichtig ist, dass nur sogenannte Sachmittel gefördert werden, keine Gehälter oder Honorare. D. h. du bekommst, alles, was du für die Durchführung deiner Aktion benötigst, wie etwa Lebensmittel und Geschirr, Dekorationsmaterial und Blumen, Erde und Kräutersamen, Farbe und Werkzeuge, Druck von Flyern und Postern u. s. w. Aber du und die Menschen, die dir eventuell helfen wollen, müssen die Aktion ehrenamtlich durchführen. Im Vordergrund stehen also dein Engagement und Einsatz für andere im Kiez.
Weitere Infos und das Antragsformular findest du
hier. Falls du dir unsicher bist, wie du das Ganze angehen sollst, kannst du auch immer einen Termin mit Stephanie vom QM-Team machen, sie nimmt sich gerne Zeit für all deine Fragen und berät dich in aller Ruhe.
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Rückblick: Bauprojekte im Rollberg 2025

Rückblick: Projekte im Rollberg 2025

Rollberger Stadtteilmütter kreativ gegen antimuslimischen Rassismus
In letzter Zeit tauchen im Kiez vermehrt rechtsextremistische Sticker und Tags auf, also kleine Aufkleber an Laternen und Stromkästen oder Schmierereien an Wänden. Wir haben zu dieser Entwicklung mit Akteur*innen gesprochen, die sich in Neukölln mit Antirassismus beschäftigen – einer von ihnen ist Dominik vom Institut für konkrete Utopien. Dieses hat die Problematik gemeinsam mit den Rollberger Stadtteilmüttern diskutiert und Plakate und Sticker entwickelt.
Wer seid ihr und was macht ihr?
Wir sind das Institut für konkrete Utopien, ein Projekt des Club of Engineers and Friends e. V. und wir beschäftigen uns mit der Frage, wie wir als Menschen in Zukunft leben wollen.
Im Rahmen unseres Projekts wollen wir Räume schaffen, in denen Menschen ihre Kreativität entfalten und zu Denker*innen und Visionär*innen werden können.
Gemeinsam wollen wir über alternative Möglichkeiten des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft nachdenken und positive Zukunftsvorstellungen – Utopien – entwickeln.
Unsere Utopien wollen wir direkt in die Umsetzung bringen, also künstlerisch sichtbar machen und somit zu „konkreten“ Utopien entwickeln. Hierbei möchten wir vor allem Menschen einbinden, die keine Stimme haben, bzw. in unserer Gesellschaft seltener Gehör finden. Das Projekt wird vom Bund gefördert unter dem Schlagwort gesellschaftlicher Zusammenhalt.
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