Save the Date KINDL Spaziergang

Seit einigen Jahren ist das Kindl-Areal ein Gelände, auf dem so einiges passiert. Von kulturellen Angeboten und politischen Aktionen über gemeinschaftliches Gärtnern bis hin zu Bildungsprojekten, Werkstätten und Nachbarschaftsveranstaltungen hat sich hier eine große Vielfalt an Projekten angesiedelt. Ein vom Quartiersmanagement Rollbergsiedlung initiierter gemeinsamer Rundgang mit Interessierten aus der Nachbarschaft und Akteur*innen vom Areal eröffnete am Donnerstag, 11. Juni die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen. Wer sind die Menschen, die hier aktiv sind? Was ist wann los? Welche Möglichkeiten gibt es, sich einzubringen? Wie können Brücken zwischen dem vielseitigen Gelände und den umgebenden Stadtquartieren geschlagen und wie die hier vorhandenen Ressourcen gemeinsam genutzt werden? Das waren einige der Fragen, die dabei zwischen den lokalen Initiativen und Akteur*innen sowie Anwohnenden besprochen wurden.


Erste Station des Rundgangs war das 2022 eröffnete Berlin Global Village. Dessen Geschäftsführer Armin Massing erläuterte, es sei das größte NGO-Zentrum Deutschlands. Rund 60 Vereine arbeiten hier am großen Ziel globaler Gerechtigkeit und deren lokaler Umsetzung in Deutschland. Für den Neubau Berliner Eine-Welt-Hauses mit Veranstaltungs- und Workshopräumen wurde ein Kredit aufgenommen, den die Vereine nun gemeinsam abzahlen. Die Veranstaltungsräume stehen Initiativen aus den angrenzenden Kiezen und der ganzen Stadt offen. Sie können mit und ohne Catering gebucht werden, zum Selbstkochen gibt es vollausgestattete Küchen. Ebenfalls ins Gebäude eingezogen ist die die Ludothek global als inklusiver Spiel- und Lernort. Hierher kommen Familien mit ihren Kindern aus der Nachbarschaft um zu spielen, sich zu unterhalten oder auch Spiele auszuleihen. Häufig ist es an Nachmittagen rappelvoll. Für den 3. Juli lädt das Berlin Global Village zum Sommerfest ein.

Bereits seit 2016 zeigt das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst wechselnde Ausstellungen, teilweise auch kostenfrei und unter partizipativer Mitwirkung von Neuköllner*innen, wie dessen kaufmännischer Leiter Christian Kriener darlegt. Beim Rundgang wird vor allem das beeindruckende Kesselhaus mit seiner riesigen Raumhöhe bestaunt. Hier findet jährlich die Ausstellung „50 Gramm Kunst“ statt, bei der ein von allen Teilnehmenden gemeinsam erschaffenens Kunstwerk gezeigt wird.

Anschließend stellt Shao-Xi Lu vom Gesundheitskollektiv den Verein GeKo Berlin e. V. vor. Im Jahr 2021 öffnete er auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei die Türen und etablierte ein innovatives und ausgezeichnetes Stadtteilgesundheitszentrum mit diversen Angeboten. Außerdem beherbergt das „Haus Alltag“, in dem er sich befindet, weitere soziale Träger, ein Café mit Mittagstisch, temporäre Wohngruppen für Jugendliche und ein Hotel.

Die im Jahr 2023 gegründete Vollgut Genossenschaft plant zudem bis Ende 2028 einen großflächigen ökologischer Umbau der vier Kellergeschoße, inklusive Community-Fonds zur Förderung nachbarschaftlicher Aktionen. Hiervon berichtet die Architektin Frieda Grimm. Ihr ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass alle Eingriffe in die Bauten minimalinvasiv erfolgen. Wo früher Bier gelagert wurde, soll in den nächsten Jahren Schritt für Schritt ein neuer Ort für Kultur, Handwerk und Nachbarschaft entstehen. Geplant sind unter anderem ein interkultureller Veranstaltungs- und Begegnungsort, Kochaktionen mit der Nachbarschaft, Sprachcafés, eine Kampfkunstschule für Muay Thai, eine Filmschule, eine Kita, eine kleine Bibliothek, Proberäume, Ateliers, eine koreanische Markthalle und eine Kletter- und Boulderhalle.

Zum Abschluss der Führung zeigen Phil und Dennis vom Zuhause e. V. den Vollguter Gemeinschaftsgarten. Seit 2017 gibt es das Gartenteam, das sich während der Corona-Pandemie allerdings zeitweise auflöste. Im letzten Jahr hat es sich neu gefunden und arbeitet nun daran, auf dem Hof des Areals einen Garten zu entwickeln, der grün und vor allem für alle Interessierten offen sein soll. Verschiedene Zonen sollen gemeinschaftliches Gärtnern ermöglichen, aber auch Orte der Schönheit entstehen lassen, wo bis vor kurzem wenig mehr als Leere und Ödnis waren. Veranstaltungen wie regelmäßige Kiezdinner und Film-Screenings finden regelmäßig statt, jeden dritten Mittwoch im Monat gibt es von 14 bis 18 Uhr einen offenen Gartentag. Hier sind alle eingeladen, sich mit ihren Ideen in Gestaltung und Entwicklung einzubringen.

Die vorgestellten Initiativen sollen auch nach Beendigung des Quartiersmanagements in der heutigen Form in der Rollbergsiedlung weiter Bestand haben und zu Anlaufstellen für deren Bewohnerschaft werden.

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Organisiert wurde der Kiezspaziergang vom Quartiersmanagement Rollbergsiedlung.